Vortrag Lenhart

Katalog – eine Welt aus Bildern

„Wesentliches Darstellungsmedium im Betriebssystem Kunst ist die Ausstellung. Ausgehend von den Sammlungen, die den Weg in das Museum fanden, über die Galerien und Kunstvereine, ist eine Ausstellung die strukturierte Ansammlung von spezifischen Gegenständen an einem spezifischen Ort.“ (Thomas Wulffen)

Die Galerie funktioniert – wie Brian O’Doherty zeigte – als Raum der Verherrlichung von beliebigen Objekten. Komplementär jedoch dienen die Objekte wiederum letztlich dazu, die Galerie als Konstante des Verherrlichungsvorgangs selbst wieder zu verherrlichen. All das ist zwar für uns als Betreiber einer Galerie zweifelsohne schmeichelhaft, aber nichtsdestotrotz auf die Dauer etwas langweilig. Ebenso ist die Vorstellung, daß die Kunst und das Kunstsystem als autonome Bereiche sich betrachten könnten, uns unerträglich.

Denn wir verfolgen gerne auch Zwecke außerhalb des künstlerischen Feldes. Aber: wir wollen selber entscheiden welche.

Kunst als offenes System.

Ein Lob der Kybernetik.

Für offene Kunst im offenen Raum.

Für öffentliche Kunst im öffentlichen Raum.

Kunst in einem öffentlichen Raum, der als solcher zuallererst wieder angeeignet werden muß: wider jede ökonomische Vernunft.

Und wider die dominierende Logik des Ökonomischen.

Gegen die Ökonomisierung und Privatisierung des urbanen Raumes.

Ein öffentlicher Raum für den freien Austausch.

Und den Umtausch.

Auch ohne Kassenzettel.

Kommen Sie bald wieder.

Jede Woche neue Theorieangebote.

Für die Unabhängigkeit der Phantasie und des Denkens.

Für Konsum als Konzept.

Für den Gucci-Anarchism.

Für Konzepte als Konsum.

Die Galerie, die nicht nur Kunst für Sie an die Wände hängt, sondern Ihnen zu allem Überfluß die Welt erklärt.

Die Galerie Royal als Königsweg zwischen Kunst und dem Anderen, zwischen uns und den anderen.

Die Galerie Royal als der königliche Weg.

Eine Blume, die im Verborgenen blüht.

Aber dafür um so süßer duftet.

Die Umgebung von Gebrauchtwagen, Gauklern und Altmöbeln als Befreiungsschlag für die Galerie. Periphere Freiheiten gegen zentrale Zwänge. Der Hintereingang zur Galerie Royal als Haupteingang zur Differenz.

Und das Beste: Wir tun das alles nur für Sie.

Wir ernähren uns durch Kraftvergeudung.

Alles, was wir wollen ist, mit Kunst zu sein. (All we ask is to be with art)

Und wir wollen Sie, mit uns zu sein. (Sie sind so ein wundervolles Publikum, wir würden Sie gerne mit nach Hause nehmen.)

Peter T. Lenhart