„In Gesellschaft von Bäumen“ – Informationen zur Ausstellung

Cora Piantoni: In Gesellschaft von Bäumen

In der Galerie Royal zeigt die in München und Zürich lebende Fotografin Cora Piantoni (*1975) eine neue Serie von Arbeiten unter dem Titel „In Gesellschaft von Bäumen“. Während sie sonst auf ihren Bildern meist in urbanen architektonischen Zusammenhängen posiert, setzt sie ihren eigenen Körper hier als räumliches, skulpturales Element in eine je spezifische Relation zum natürlichen Raum und seinen Gegebenheiten. Sie paßt ihre Körperhaltung und ihren Tonus den Bäumen an, die sie auf diese Weise nachzeichnet und akzentuiert; sie hängt oder liegt über Ästen, steht stützend unter einem abgeknickten Baum oder verschwindet fast im dichten Gestrüpp: eine metaphorische oder allegorische Reflektion darüber, wie wir uns in der Natur positionieren, wie wir uns zu ihr verhalten und uns in ihr zurechtfinden (können oder sollen).

Diese Bilder sind während eines längeren Stipendienaufenthaltes im tschechischen Klenova entstanden. Mit Tschechien und mit seiner Geschichte beschäftigt sich auch ihre Serie „Heizer“: hier porträtiert sie eine Reihe von tschechischen Künstlern und Intellektuellen (etwa den Konzept- und Performancekünstler Jifii Kovanda oder den Galeriedirektor Marcel Fi‰er) beim Einschüren von Öfen oder beim Bedienen von Heizanlagen. Damit referiert sie einerseits auf die Repressalien, denen oppositionelle Intellektuelle unter dem kommunistischen Regime häufig unterworfen waren, indem sie bevorzugt in komplett unintellektuellen, körperlich anstrengenden Berufen zwangsweise eingesetzt wurden, etwa – tatsächlich – als Heizer… Zum anderen lässt sich diese Arbeit aber natürlich auch als Kommentar lesen zu den unsicheren und auch oft genug durchaus schwierigen Bedingungen, unter denen Künstler auch in unserer freien und saturierten Gesellschaft ihre Existenz bestreiten müssen.

Abgerundet wird die Ausstellung durch die Präsentation einer neuen Videoarbeit, in der sich die Künstlerin auf die Spuren eines beim Wandern verunglückten Verwandten begibt. Hier wird der eher heiteren Naturbetrachtung der oben genannten Arbeiten ein eher bedrohlicher Aspekt von Natur als Komplement beigesellt.