Barbara Spaett
Heribert Heindl

14.5. bis 4.6.2004

In ihrer gemeinsamen Ausstellung, die tatsächlich beinahe als gemeinsame Arbeit funktioniert, reflektieren Barbara Spaett (geb. 1962) und Heribert Heindl (geb. 1965) in kraftvoller Bildsprache über das Gegensatzpaar „positiv-negativ“.

Barbara Spaetts große Skulptur „Glückrad“, über zwei Meter hoch und in der Form einer horizontal gespiegelten Zwiebelturmkuppel, steht nicht nur als massives Objekt im Raum, sondern schneidet auch, als dunkle Fläche gesehen, ein Stück aus dem Hintergrund aus. Der scharfe Umriß des „Glückrads“, die Schnittstelle von Skulptur und Raum, bildet eine dynamisch geschwungene Linie, die Heribert Heindl in seiner Wandmalerei aufgreift. Diese Kurve schwingt sich an der Wand vom Boden bis zur Decke, die Fläche zwischen Kurve und den beiden Achsen (Abszisse und Ordinate sozusagen) ist grau-violett gefüllt. Die so entstandene Fläche lehnt sich an den Rahmen einer Tür an und setzt damit wiederum die Form mit dem Galerieraum in Beziehung. An der Stirnwand vermessen zwei diagonal gekreuzte, leuchtend orange, längliche Formen die Dimensionen dieser Wand und bilden einen scharfen Kontrast zu Spaetts Skulptur. Auch bei Heindls „Raumbeschreibung“ geht es um den Gegensatz von postitiv und negativ. Obwohl es letztlich nur wenige bemalte Flächen sind, formen und akzentuieren diese eben auch in starkem Maße die nichtbemalten Flächen des weißen Raumes. Absenz markiert Präsenz und umgekehrt, in nicht endender dialektischer Bewegung.

Insgesamt gelingt es Spaett und Heindl so, mit nur drei Eingriffen den gesamten, großen Raum durchaus zu rocken und auch ein spannungsreiches Beziehungsgeflecht zwischen den beiden Arbeiten und dem Galerieraum selber zu erschaffen.