Barbara Spaett:
Drei Sonnen

Drei Sonnen

17.11.-22.12.2006

Barbara Spaett setzt sich in der Ausstellung anhand ihrer Skulpturen mit kulturellen und gesellschaftlichen Illusionen und Idealbildern, Aufladungen und Verzeichnungen auseinander, ebenso wie mit der Möglichkeit von deren Brechung und Dekonstruktion.
Als Leitmetapher dient ihr dabei das Phänomen der Nebensonnen bzw. Halos, in früheren Zeiten regelmäßig als metaphysisches Wunderzeichen angesehen, heute als zwar immer noch ästhetisch ansprechende, aber durchaus profane meteorologisch-optische Erscheinung entzaubert.
Indem der Ausstellungstitel auch den Beginn des 23. Liedes der Schubert’schen „Winterreise“ zitiert („Drei Sonnen sah ich am Himmel steh’n“), deutet er zudem auf eine explizit politische Dimension der Thematik. Eingedenk Wilhelm Müllers, des von Schubert vertonten Dessauer Dichters, der in repressiver Restaurationszeit seine liberalen bis revolutionären Ansichten nur in stark codierter Form, oberflächlich als Natur- und Liebeslyrik anmutend, äußern konnte, geht es Barbara Spaett nicht zuletzt darum, wie heute mit poetischen Mitteln der bleierne common sense des Zeitgenössischen zu durchbrechen wäre.
(PTL)